at-fire

Suchen & Retten // USAR

Such- und Rettungseinsätze sind die erste Maßnahme der humanitären Hilfe nach Katastrophen, wie zum Beispiel Erdbeben. In kürzester Zeit nach Eintritt einer Katastrophe sind die Helfer von @fire unterwegs, um den Betroffenen vor Ort schnell zu helfen. Bei der Rettung Verschütteter ist jede gewonnene Minute wertvoll!

Der Schwerpunkt liegt hier besonders darin, Verschüttete in den Trümmern zu lokalisieren, sie zu retten und medizinisch zu versorgen. Hierzu hält @fire spezielle Ausrüstung bereit, die von Ortungsgerätschaften über Bergungsgeräte bis hin zu medizinischer Ausrüstung reicht. Unsere Helfer sind Spezialisten im Suchen und Retten von Verschütteten sowie der medizinischen Notversorgung. Unterstützt werden sie bei den Rettungsarbeiten durch speziell ausgebildete Suchhunde, welche mit ihrer feinen Nase wertvolle Hilfe leisten.

USAR = Urban Search and Rescue (englisch für "Suchen und Retten in bewohnten Gebieten")

@fire unterstützt zehn Tage lang in den Hochwassergebieten

Nach zehn Tagen ist der Einsatz der internationalen Hilfsorganisation @fire in den Hochwassergebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen beendet. 85 erfahrene Katastrophenhelfer*innen unterstützten die Feuerwehren, das THW, die Rettungsdienste, die Polizei und die Bundeswehr insbesondere im Kreis Ahrweiler (RLP) und leisteten der Bevölkerung Hilfe. Mit großteils geländegängigen Fahrzeugen konnten von der Außenwelt abgeschnittene Ortschaften erreicht und versorgt werden.

Erdbeben in Nepal und Haiti, Waldbrände in Portugal und Bolivien, Tsunami in Thailand, Taifun auf den Philipinen, Flutkatastrophe auf dem Balkan - Die Helferinnen und Helfer der internationalen Hilfsorganisation @fire leisten weltweit nach verheerenden Naturkatastrophen Hilfe. In den letzten Tagen konnten die Katastrophenhelfer*innen mit ihrer internationalen Erfahrung wertvolle Unterstützung im eigenen Land leisten.

Einsatzschwerpunkt war die Region rund um die 1000-Einwohner-Gemeinde Mayschoss im Ahrtal. Der idyllische Weinort wurde von dem Hochwasser stark getroffen. "Die sechs Meter hohe Flutwelle hat uns überrascht", berichtet ein Anwohner. "Das Wasser stand fast bis zum zweiten Obergeschoss - fünf Treppenstufen haben noch gefehlt." Andere Häuser, Brücken, Straßen und Bahngleise haben die gewaltigen Wassermassen dagegen weggespült - und viel Schutt, Schlamm und Geröll hinterlassen. Es gibt mehrere Tote. Die Ortsgemeinde ist nun nur noch über einen drei Kilometer langen, gewundenen, oft steilen Geröllweg von Kalenborn aus zu erreichen. Um umliegenden Ortschaften waren teils nur mit geländegängigen Kleinfahrzeugen erreichbar.

Ein dreiköpfiges Erkunderteam wurde nach Anforderung vom Fachberater @fire zunächst mit dem Hubschrauber in das Katastrophengebiet entsendet. Die Katastrophenhelfer*innen konnten dann im Auftrag der Einsatzleitung Hochwasser Ahr insgesamt neun All-Terrain-Vehicles (ATV), ein ARGO Amphibienfahrzeug, ein Quad sowie einen Unimog einsetzen, um die abgeschnittenen Ortschaften zu versorgen. Mit einem Medic-ATV, mit dem auch ein Patient liegend transportiert werden kann, und Einsatzkräften mit rettungsdienstlicher Ausbildung wurde zudem rund um die Uhr die medizinische Versorgung sichergestellt. Auch ein Baufachberater kam zum Einsatz.

Wertvolle Unterstützung konnten die @fire-Helfer*innen allen in der Region eingesetzten Hilfsorganisationen mit einer Wegekarte auf Basis von ArcGIS Online bieten, die stets den aktuellen Zusatand der Infrastruktur wiedergab und so die An- und Abfahrt in die jeweiligen Einsatzgebiet erleichterte. Dazu wurden im Auftrag der Technischen Einsatzleitung (TEL) die Wege und Ortschaften regelmäßig erkundet - auch zur allgemeinen Lage vor Ort. Solange aktuelle Änderungen von den örtlichen Einsatzkräften mitgeteilt werden, wird die Karte auch weiterhin aktuell gehalten. Zu Einsatzbeginn wurden außerdem Satelliten-Telefone aus dem internationalen Einsatzequipment aufgrund der zusammengebrochenen Kommunikationswege über Mobil- und BOS-Funk eingesetzt.

Vom Einsatzlager und Bereitstellungsraum in Rösrath (NRW) bei dem @fire-Partner JoLa Rent wurden weitere Einsatzstellen abgearbeitet. In Lohmar (NRW) konnten zwei Straßenzüge mit Strom versorgt werden und unter dem Einsatz eines HytransFireSystems (HFS), einem Hochleistungs-Wassertransportsystem, konnte in Bad Neuenahr-Ahrweiler (RLP) eine mehrstöckige Tiefgarage ausgepumpt werden.

Insgesamt 85 Kräfte aus ganz Deutschland und der Schweiz waren über die zehn Tage im Einsatz, davon 72 vor Ort im Einsatzgebiet und 13 Kräfte unterstützten im rückwärtigen, dezentralen Heimatstab. 38 Fahrzeuge wurden eingesetzt, davon ein Hubschrauber, ein Argo Amphibienfahrzeug, neun All-Terrain-Vehicles (ATVs), ein Quad, ein HytransFireSystems (HFS), ein Unimog, ein Ordnance Shelter for intervention Rescue and Ambulance Slide-on (OSIRAS), ein Mannschaftstransportwagen (MTW), ein Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF), ein Rüstwagen mit Kran (RW) und weitere Fahrzeuge und Gerätschaften.

"Unser großes Partnernetzwerk und die vielen Spender machten diesen Einsatz erst möglich", so @fire-Vorsitzender Jan Südmersen. "Wir möchten uns bei JOLA Rent, HeliSeven, Daimler Truck, SIXT Fördertechnik, BEYER-Mietservice, Dönges, Sixt Autovermietung, Esri Deutschland, Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb), Hilti, der Hilti Foundation und allen weiteren Unterstützern bedanken."

@fire finanziert den Einsatz hauptsächlich aus Spenden. Möglichkeiten zu unterstützen finden sich unter www.at-fire.de/spenden.