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Suchen & Retten // USAR

Such- und Rettungseinsätze sind die erste Maßnahme der humanitären Hilfe nach Katastrophen, wie zum Beispiel Erdbeben. In kürzester Zeit nach Eintritt einer Katastrophe sind die Helfer von @fire unterwegs, um den Betroffenen vor Ort schnell zu helfen. Bei der Rettung Verschütteter ist jede gewonnene Minute wertvoll!

Der Schwerpunkt liegt hier besonders darin, Verschüttete in den Trümmern zu lokalisieren, sie zu retten und medizinisch zu versorgen. Hierzu hält @fire spezielle Ausrüstung bereit, die von Ortungsgerätschaften über Bergungsgeräte bis hin zu medizinischer Ausrüstung reicht. Unsere Helfer sind Spezialisten im Suchen und Retten von Verschütteten sowie der medizinischen Notversorgung. Unterstützt werden sie bei den Rettungsarbeiten durch speziell ausgebildete Suchhunde, welche mit ihrer feinen Nase wertvolle Hilfe leisten.

USAR = Urban Search and Rescue (englisch für "Suchen und Retten in bewohnten Gebieten")

Weltweit erstes "USAR Light"-Team in der Erdbebenrettung

/ English text below /

Osnabrück/Genf, 25. November 2021 - Als erstes internationales Such- und Rettungsteam der Kategorie "Light" wurde die deutsche Hilfsorganisation @fire in den vergangenen Tagen von den Vereinten Nationen (UN) klassifiziert. Dazu durchlief ein 20-köpfiges Rettungsteam eine mehrtägige internationale Großübung für einen Rettungseinsatz nach Erdbeben in der Schweiz.

Ein verheerendes Erdbeben der Stärke 7.1 erschüttert am Sonntagmorgen um 9:36 Uhr Ortszeit die Republik Jureneva. Die örtliche Regierung geht von mindestens 2.300 Verletzten und 1.000 Toten aus. Rund 1.230 Menschen werden in den mehr als 1.500 eingestürzten Gebäude vermisst. So das Szenario der Übung "INSIEME 21" der International Search and Rescue Advisory Group (INSARAG) der UN.

Nach einer ersten Lageeinschätzung durch den @fire-Heimatstab wird das @fire- Rettungsteam am Sonntag alarmiert und mobilisiert. Die Spezialisten für biologische und technische Ortung sowie für technische Rettung, ein Baufachberater, drei Rettungshunde, Logistiker und weitere Katastrophenspezialisten sammeln sich zum finalen Equipment-Check und medizinischen Untersuchungen im Rettungszentrum Waldkirch (BW). Am Montagmorgen verlegt das Team schließlich in das angenommene Einsatzgebiet, einem Übungsgelände der Schweizer Armee in Epeisses bei Genf (Schweiz). Dort angekommen, geht es zunächst darum, das Reception/Departure Centre (RDC) in Betrieb zu nehmen, über das alle ankommenden Rettungsteams in Empfang genommen und registriert werden. Zeitgleich wird eine kleine Zeltstadt als Operationsbasis (Base of Operations) für das @fire-Team aufgeschlagen. Die Basis dient als autarke Unterkunft und Einsatzzentrale, von der aus die einzelnen Einsatzstellen angefahren werden.

Nach einer ersten Erkundung des Einsatzgebietes gilt es noch am Montagabend, die erste Einsatzstelle abzuarbeiten. Mit den Rettungshunden sowie technischem Ortungsgerät muss eine vermisste Person in einem eingestürzten Haus geortet und mittels eines Durchbruchs befreit werden. Bis in die späte Nacht hinein sind die Katastrophenhelfer mit der Rettung beschäftigt, bevor sie für eine kurze Nachtruhe in ihre Base of Operations zurückkehren.

Weitere Einsatzstellen an verschiedenen eingestürzten Gebäuden folgen am Dienstag und in der Nacht zum Mittwoch. Dabei müssen weitere Vermisste gefunden und mittels vertikaler und horizontaler Durchbrüche durch stahlbewerten Beton sowie unter Einsatz von pneumatischen Hebekissen, einer Winde oder Seiltechnik gerettet und erstversorgt werden. Auch der Bau von Abstützungen und die Zusammenarbeit mit einem Kran zählt zu den Aufgaben.

Über 30 Prüfer aus 23 Ländern und internationale Beobachter bewerten die Katastrophenhelfer anhand der Vorgaben der INSARAG Guidelines. Neben der erstmaligen Klassifizierung von @fire als Light-Team, werden im Rahmen der INSIEME21 auch das Heavy- Team "Swiss Rescue" aus der Schweiz und das Medium-Team "PUI" aus Frankreich rezertifiziert.

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Rettungsarbeiten am Mittwochmorgen konnten die INSARAG-Vertreter den @fire-Kräften schließlich die offizielle Urkunde überreichen. Die Hilfsorganisation @fire ist damit das 58. klassifizierte USAR-Team und weltweit das erste Such- und Rettungsteam, das die Klassifizierung als Light-Team durchlaufen hat.

"Vor knapp 16 Jahren haben wir angefangen uns mit dem Thema USAR zu beschäftigen. Mit Meilensteinen in Haiti, Nepal und Beirut. Wir sind nicht nur Mitglied der internationalen USAR-Community geworden, sondern haben mit der Entwicklung eines Light-USAR-Teams Akzente gesetzt", sagt @fire-Vorsitzender Jan Südmersen stolz. "Als Light-Team sind wir die schnelle Speerspitze der internationalen Hilfe nach verheerenden Naturkatastrophen."

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Hintergrund:

Die International Search and Rescue Advisory Group (INSARAG) koordiniert und standardisiert als Organisation der Vereinten Nationen die internationale Zusammenarbeit im Bereich Urban Search and Rescue (USAR), also der Suche und Rettung nach Naturkatastrophen wie Erdbeben. Alle Rettungsteams müssen sich einer INSARAG External Classification (IEC) und regelmäßigen Reclassifications (IER) in einer der drei Klassifizierungsebenen - light, medium oder heavy USAR-Team - unterziehen. In Deutschland sind bisher das Technische Hilfswerk (THW) als Heavy-Team und die Hilfsorganisation "ISAR Germany" als Medium-Team klassifiziert. Die Klassifizierungsebene "light" wurde mit den Erkenntnissen des Rettungseinsatzes nach dem Erbeben in Nepal 2015 innerhalb der INSARAG unter Mitwirkung von @fire erarbeitet.

Ein Light-Team besteht aus mindestens 17 Katastrophenhelfern, für ein Medium-Team sind mindestens 40 und für ein Heavy Team mindestens 59 Einsatzkräfte erforderlich. Nach den INSARAG-Richtlinien kann ein Light-USAR-Team Such- und Rettungsmaßnahmen in eingestürzten Gebäuden aus Holz und unbewehrtem Mauerwerk sowie in mit Stahlbewehrung verstärkten Gebäuden durchführen. Außerdem muss es in der Lage sein, Trümmerteile mit einem Kran, einer Winde oder einem Flaschenzug anzuheben, zu rollen, zu schieben oder zu heben. Ein Light-USAR-Team muss in der Lage sein, an einer Einsatzstelle über fünf Tage 12-Stunden-Einsätze durchführen zu können.

“Rapid spearhead of international aid after natural disasters”

German NGO @fire classified as the world’s first Light USAR team in the earthquake rescue of the United Nations

Osnabrück/Geneva, November 25, 2021 – Over the last few days, the German NGO @fire got classified by the United Nations as the first international search and rescue team in the category “Light”. For several days, a 20-member rescue team got through a major exercise in Switzerland.

On Sunday at 9:36 a.m. local time, a devastating earthquake of magnitude 7.1 shook the Republic of Jureneva. The local government estimates at least 2,300 injured and 1,000 dead. Around 1,300 people are getting missed in the more than 1,500 collapsed buildings. This is the scenario of the exercise “INSIEME 21” of the International Search and Rescue Advisory Group (INSARAG) of the UN.

After an initial assessment of the situation by the @fire home staff, the @fire rescue team will be alerted and mobilized on Sunday. The specialists for biological and technical locating as well as for technical rescue, a construction consultant, three rescue dogs, logisticians, and other disaster specialists, gather for the final equipment and medical check in the Waldkirch Rescue Centre (BW).

On Monday morning, the team finally moves to the assumed area of operation, a training area of the Swiss Army in Epeisses near Geneva (Switzerland). Once there, the first step is putting the Reception and Departure Centre (RDC) into operation through which all arriving rescue teams are received and registered. At the same time, a small tent city is getting set up as the Base of Operations for the @fire team. This base serves as self-sufficient accommodation and Operations Centre from which the individual worksites are getting approached.

After an initial exploration of the area of operation, the team has to work through the first worksite on Monday evening. With the rescue dogs and technical locating devices, a person must be located in a collapsed house and freed employing a breakthrough. Until late at night, the disaster relief workers are busy rescuing before returning to their Base of Operation for a short night’s sleep.

Further worksites at various collapsed buildings will follow on Tuesday and Tuesday night. In addition, more missing persons should be found and rescued employing vertical and horizontal breakthroughs through steel-weighted concrete as well as rescued using pneumatic lifting bags, a winch, and rope technology. Also, the construction of support and the cooperation with a crane is one of the executed tasks.

More than 30 classifiers from 23 countries and international observers evaluate the disaster relief workers based on the requirements of the INSARAG Guidelines. In addition to the first- time classification of @fire as a Light team, the Heavy team “Swiss Rescue” from Switzerland and the Medium team “PUI” from France are getting recertified as part of INSIEME 21.

After the successful completion of the rescue work on Wednesday morning, the INSARAG representatives were able to hand over the official certificate to the @fire team. The aid organization @fire is thus the first search and rescue team worldwide which got classified as a Light USAR team.

“Almost 16 years ago, we started to deal with the topic of USAR. With milestones in Haiti, Nepal, and Beirut. We have not only become a member of the international USAR community but have also set the tone with the development of a Light USAR team”, says @fire president Jan Südmersen proudly. “As a Light team, we are the rapid spearhead of international aid after devastating natural disasters.”

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Background:

As an organization of the United Nations, the International Search and Rescue Advisory Group (INSARAG) coordinates and standardizes international cooperation in the field of Urban Search and Rescue (USAR), i.e., the search and rescue after natural disasters such as earthquakes. All rescue teams must comply with an External Classification (IEC) and regular Reclassifications (IER) in one of the three classification levels – Light, Medium, or Heavy USAR team. In Germany, the Federal Agency for Technical Relief (THW) is classified as a team at heavy level, and the aid organization “ISAR Germany” is classified as a team at medium level so far. The classification level “Light” was developed based on the findings of the rescue operations after the Nepal Earthquakes in 2015 within in the INSARAG in collaboration with @fire.

The minimum number of deployed personnel required for a Light Team is 17, a Medium Team is 40 while a Heavy Team is 59. According to the INSARAG Guidelines a Light USAR Team can conduct search and rescue operations in collapsed or failed structures of wood and unreinforced masonry construction, including structures reinforced with steel mesh. They must also conduct rigging and lifting operations. A Light USAR Team is required to have the capacity to work at a single worksite and must be adequatly stuffed to allow for 12-hour operations at one site for up to five days.