Inter­na­ti­o­na­les Rettungs­team kehrt nach Absch­luss der ersten Such- und Rettungsphase nach Deuts­ch­land zurück

Nach fünf Tagen hat das Light-USAR-Team von @fire – Inter­na­ti­o­na­ler Katas­trophens­chutz Deuts­ch­land seinen Einsatz nach dem schwe­ren Erdbe­ben in Vene­zu­ela been­det. Die erste inter­na­ti­o­nale Such- und Rettungsphase, die für Light-USAR-Teams vorge­sehen ist, ist abges­ch­los­sen. Am frühen Mittwo­ch­mor­gen landete das Team auf dem Flie­gerhorst Wunstorf. 

Bereits am Donners­ta­ga­bend, nur wenige Stun­den nach den verhe­e­ren­den Erdbe­ben, brach ein zweiköp­fi­ges Erkun­dungs­team nach Vene­zu­ela auf. Es berei­tete gemein­sam mit inter­na­ti­o­na­len Part­nern die Ankunft weite­rer Einsatz­kräfte vor und führte erste Lage­er­kun­dun­gen durch. Am Frei­tag­mit­tag folgte das 24-köpfige Light-USAR-Team mit drei Rettungshun­den an Bord eines Airbus A400M der Luftwaffe. Das Auswär­tige Amt finan­zi­erte den Einsatz, der in enger Zusam­me­nar­beit mit der Luftwaffe, dem Bundes­mi­nis­te­rium der Vertei­di­gung, dem Tech­nis­chen Hilfswerk (THW) und weite­ren Part­nern durch­geführt wurde. 

In den vergan­ge­nen Tagen arbei­tete das Team im inter­na­ti­o­na­len Einsatz­raum in La Guaira unter den Struk­tu­ren der United Nati­ons Inter­na­ti­o­nal Search and Rescue Advi­sory Group (INSARAG). Es erkun­dete syste­ma­tisch Scha­dens­ge­bi­ete (ASR2) und führte gezi­elte Such- und Ortungs­maß­nah­men an prio­ri­si­er­ten Einsatzs­tel­len (ASR3) durch. Dabei kamen sowohl Rettungshunde als auch tech­nis­che Ortungs­geräte zum Einsatz. Trotz inten­si­ver Bemühun­gen konn­ten keine vers­chüt­te­ten Über­le­ben­den gefun­den werden. 

Während inter­na­ti­o­nale Light-USAR-Teams übli­cherweise in Zwölf-Stun­den-Schi­ch­ten arbei­ten, war das @fire-Team aufgrund der Lage und des hohen Einsat­zauf­kom­mens nahezu rund um die Uhr im Einsatz. So konn­ten zusätz­li­che Erkun­dun­gen und Such­maß­nah­men durch­geführt und inter­na­ti­o­nale Part­ner direkt unterstützt werden. 

Mit dem Absch­luss der ersten Such- und Rettungsphase verla­gert sich der Fokus des inter­na­ti­o­na­len Einsat­zes auf tech­nis­che Rettung­sar­bei­ten, Bergun­gen, huma­nitäre Hilfe und den Wiede­rauf­bau. Light-USAR-Teams, die auf schnelle Lage­er­kun­dung, Erst­su­che und leichte Rettung­sar­bei­ten spezi­a­li­si­ert sind, been­den daher planmäßig ihren Einsatz und über­ge­ben ihre Erkennt­nisse an die nach­fol­gen­den Kräfte und Koordinierungsstellen. 

„Wir haben in den vergan­ge­nen Tagen ein Scha­dens­bild erlebt, das selbst für erfah­rene Einsatz­kräfte außer­gewöhn­lich war. Zahl­rei­che Wohn­gebäude mit bis zu zehn Stockwer­ken waren vollstän­dig eingestürzt oder schwer beschä­digt. In den betrof­fe­nen Gebäu­den befan­den sich zahl­rei­che Wohnei­nhei­ten – hinter jeder Einsatzs­telle stand die Hoff­nung, noch Über­le­bende zu finden.  Auch wenn uns das dies­mal nicht gelun­gen ist, war jede Such­maß­nahme wich­tig, um Gewis­sheit zu schaf­fen und die inter­na­ti­o­nale Einsatz­lei­tung bei ihren Ents­chei­dun­gen zu unterstüt­zen.

Unser Auftrag war es, in kürzes­ter Zeit mögli­chst viele Scha­dens­s­tel­len syste­ma­tisch zu erkun­den, Such­maß­nah­men durch­zufüh­ren und belast­bare Infor­ma­ti­o­nen für die inter­na­ti­o­nale Einsatz­lei­tung bereit­zus­tel­len. Diese Aufgabe haben wir gemein­sam mit Part­nern wie dem THW erfol­greich erfüllt. Ich danke allen ehre­nam­tli­chen Einsatz­kräf­ten für ihren außer­gewöhn­li­chen Einsatz unter schwi­e­ri­gen Bedin­gun­gen sowie unse­ren nati­o­na­len und inter­na­ti­o­na­len Part­nern für die hervor­ra­gende Zusammenarbeit. “ 

Florian Zonker, Team­lei­ter & Fach­be­rei­chs­lei­ter USAR

@fire bedankt sich beson­ders beim Auswär­ti­gen Amt für die Finan­zi­e­rung des Einsat­zes, bei der Luftwaffe der Bundeswehr und dem Bundes­mi­nis­te­rium der Vertei­di­gung für den stra­te­gis­chen Luft­trans­port sowie bei allen betei­lig­ten Behör­den und Orga­ni­sa­ti­o­nen für die enge und vertrau­ens­volle Zusammenarbeit. 

Die gemeinnüt­zige Hilf­sor­ga­ni­sa­tion @fire – Inter­na­ti­o­na­ler Katas­trophens­chutz Deuts­ch­land e. V. leis­tet seit 2002 weltweit schnelle Nothilfe nach Natur­ka­tas­trophen. Ihre Arbeit erfolgt ehre­nam­tlich und wird durch Spen­den finanziert.